Ich hänge in der Luft – - -
Seit fast einem halben Jahr bin ich wieder in Deutschland und trotz großer Startschwierigkeiten faßte ich Fuß: so dachte ich wenigstens. Doch das Fernweh und die Sehnsucht wird immer schlimmer. Öfters ertappe ich mich dabei Sendungen wie „Mein neues Leben“ zu schauen und dabei in Erinnerungen zu schwelgen. Mir fehlt das Leben in Kanada. Das Essen, die Landschaft, die Leute, einfach alles. Ich muss mit den Tränen kämpfen wenn ich mit kanadischen Freunden chatte oder alte Fotos rauskrame. Irgendwie habe ich nie richtig realisiert, dass es das erstmal gewesen ist: Für immer. Ich lebe in Deutschland wie im Urlaub. Ich nutze jede Gelegenheit um Ausflüge zu machen – mein eigenens Land kennenzulernen und schieße Fotos wie irre. Dinge die ich nie vorher getan habe: Fotos von meiner Heimat- oder Studienstadt. Als bräuchte ich sie – zur Erinnerung an kommende Zeiten,wenn ich vielleicht nicht mehr täglich dort sein kann. Nur werden diese Zeiten nie kommen. Ich werde in Deutschland leben und bleiben – vorerst und aus einem gutem Grunde. Fragt sich nur, wann diese Phase vorbeigeht
- – - oder wohin ?
März 9, 2007 at 9:25
Was hält dich auf?
März 9, 2007 at 9:46
@ Coyote: Uni & Liebe
März 12, 2007 at 11:44
ich kannt nichts ‘falsches’ erkennen an diesen gefühlen. und ist es eigentlich nicht nicht ein privileg die eigene heimat besser und besser kennenlernen zu KÖNNEN? ich bin mir jedenfalls nicht sicher, wieviele kanadier/spanier/russen/thais/usw. die möglichkeiten haben, ihre eigene heimat zu bereisen…!?!
und ja, du wirst die bilder als erinnerungen brauchen – aber ist es nicht auch so, dass die wahren erinnerungen, diejenigen sind, die du mit deinen ‘inneren’ bildern und gefühlen verknüpfst? mir jedenfalls geht das so. und dann kämpfe ich nicht mehr mit meinen tränen, sondern lade sie ein – und sie geben mir für einen moment das gefühl, wieder feinen, weissen sand unter den füssen zu haben während ich mit ausgebreiteten armen und wellenmusik in den ohren in das türkisblaue meer hineintanze… soetwas geht nie mehr weg – hingegen gibt es von den tausend fotos, die ich auf reisen geschossen habe, höchstens ein gutes dutzend, die das ‘erlebte’ wirklich auch abbilden…
das fernweh und diese sehnsucht – das ziehen in der bauch und herzgegend – kenne ich sehr gut. fast wie liebeskummer…. das bedürfnis ‘rauszukommen’ neues zu ‘ent’decken, menschen kennen zu lernen, all das, hat das reisen immer und immer wieder in mir geweckt. und es hört auch nicht auf. aber es hört vor allem nicht auf, weil ich nicht will, dass es endet – ich WILL offen sein, für das, was um mich herum passiert. für all das, was sich in meiner unmittelbaren umgebung (oder weiter weg) be- und einfindet. leute, leben, luftmatratzen
erst dadurch fühle ich mich selbst lebendig. und irgendwann spielt es dann auch keine rolle mehr, ob sich das gefühl in einem himalaya-basecamp oder am würstchenstand bei horst-um-die-ecke einstellt.
ich glaube fest daran, dass wir HEUTE immer die summe von GESTERN sind. wenn wir uns heute ‘zurückhalten lassen wollen’ ist das eine entscheidung über deren konsequenzen man sich nicht beschweren sollte. zum glück liegt es aber in unserer hand, immer wieder auf’s neue unsere entscheidungen zu überprüfen und allenfalls neue zu treffen..
hugh.
sir_n master great eyes kicking hat gesprochen.
Mai 19, 2007 at 6:47
Es scheint Kanada ruft einfach solche gefühle in einem hervor. Das was du da beschreibst passiert mir auch
Ich bin hie rnicht (mehr?!) zu Hause, mein zu Hause ist in Vancouver.. Sehe ich mein neues Leben kommen auch mir Tränen, weil ich nicht sehen muss in welcher Strasse die Leute gehen um zu wissen, dass gegenüber ein Tim Hourtons ist, bei dem ich jeden morgen meinen Maple Dip donut oder Timbits hole… Erst jetzt habe ich begriffen was Heimweh ist.. Und ich verstehe mehr als nur ganz und gar wie es dir geht (auch wenn ich mit meiner versprochenen Email noch nicht zu potte gekommen bin- ich denk an dich!)
-J
Mai 21, 2007 at 5:15
@ mietzekatz: Habe mich sehr über Deinen Kommentar gefreut und bin schon ganz gespannt auf die Mail – wann immer sie auch kommen mag. Ich kann warten