Es war ein fassungsloser Moment: 2 Minuten vor dem Abpfiff und damit dem sicheren Elf-Meter-Sieg erwischten die Italiener den richtigen Moment und versenkten den Ball im deutschen Tor. Atemlose Stille. Dann Entsetzen. Tränen. Enttäuschung. „Wer kann diese Deutschen überhaupt noch aufhalten,“ fragte FIFA-Präsident Joseph Blatter. Jetzt haben wir die Antwort.

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Die WM hier in Kanada zu verfolgen hatte ihren eigenen Charme. Aufgrund der Zeitverschiebung traf man sich hier morgens um 11 zum gemeinsamen Anpfiff. Im ortsansässigen Irish Pub – wenn schon international, dann richtig – hatte man so die Möglichkeit andere Landsgenossen kennenzulernen. Statt Bier-Pitcher gabs vor Aufregung intravenös eingeführten Kaffee. Refill – gefährliche Sache. Beim Spiel gegen Argentinien pumpte mein Herz als wollte es das Tor selbst schießen. Bei jeder kleinen Andeutung einer noch so minimal riskanten Situation schrie ich auf. Zitterte. Der Tag anschließend? Nicht nutzbar. Ein nervliches Wrack auf der einen Seite und total aufgedreht auf der anderen geht’s brav nach Hause. Unterwegs skeptische Blicke auf mein Germany-Shirt und die Kriegsbemalung. Ja Fußball gilt hier nicht gerade als die Top-Sportart. Wahrscheinlich aufgrund der wenigen Möglichkeiten für Werbeunterbrechungen. Wer genau aufgepasst hat, dem ist hinzukommend vielleicht auch aufgefallen, dass Kanada noch nicht mal beteiligt war. Stop – falsch! Beim Spiel gegen Italien hatten wir einen kanadischen Schiedsrichter-Assistenten. Die Welt ist wieder im Lot.

Fazit: Stolz können wir trotzdem sein. Unsere Jungs haben gezeigt, dass sie weltmeisterisch Fußball spielen können und die WM war nur ein Vorgeschmack darauf, was uns in Zukunft erwarten wird. Für Deutschland letztlich ein großer Gewinn, ist doch die Nation endlich mal wieder zusammen gerückt. Keine falschen Deutungen beim Hissen der Flagge: vergessene Historie. Ich für meinen Teil, werde das Germany-Shirt noch das ein oder andere Mal mehr auspacken. Das hat sie gut gemacht, unsere Elfer!

 

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