Wenn ich ein was gelernt habe, dann, dass es an Unmöglichkeit grenzt mit dem Auto in Manhattan unterwegs zu sein. Blauäugig wie wir waren, haben wir natürlich nicht an das Verkehrschaos in New York gedacht. Nach stundenlangen sinnlosen Kreisen durch die Straßen wurden wir endlich mit einer Parklücke gesegnet.

Allerdings: für den darauf folgenden Tag kündigte sich die Straßen-Putzkolonne an. Von 8 bis 10 Uhr musste die Straße leergefegt werden, im doppelten Sinne. Es scheint aussichtslos zu sein, überhaupt jemals eine gute Lösung für einen Autostandplatz zu finden. So schnell gaben wir aber nicht auf und hatten den ultimativen Plan: Früh aufstehen – Coffee To Go & Donuts – Ausharren im Auto. Wir hielten uns für besonders clever, denn die Lösung schien einfach: Frühstück im Auto und auf das Putz-Team warten, Auto kurz beiseite fahren und anschließend einen neuen Parkplatz finden. Nach dem Durchrauschen der Putzkolonne sollte es ja genügend Möglichkeiten geben.

Es wurde 8, es wurde 9. Kein einziges Auto in unserer Straße bewegte sich. Wir stiegen aus und stellten mit Entsetzen fest, dass der komplette Straßenzug in ihren Autos saß. Soviel zu unserer einzigartigen Idee. In dem Moment kam das Putzauto. Alle Motoren sprangen an und die Autos fuhren entweder kurz nach links auf die Gegenfahrbahn oder nach rechts auf den Bordstein, um dann sofort nach dem Putzauto so schnell wie möglich wieder in die alte Parklücke zurückzusetzen. Gefahr lauerte durch Autos die dem Putzzug folgten, in der Hoffnung irgendwo schneller in einen Parkplatz setzen zu können. Für meine Einparkqualitäten wäre das nix gewesen. Aufregung pur. So etwas Irrsinniges habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Im Auto vor uns saß ein Student, der offensichtlich für diesen Job bezahlt wurde. Unglaublich. Anschließend noch die Zeit bis 10 Uhr absitzen, falls eine Polizeikontrolle kommt.

Parkplatz gesichert: bis zur nächsten Straßenfegung🙂