Ich würde mich ganz sicher in einen Mounti verlieben – heiraten – kleine Mountis bekommen. Das war die Zukunftsvorhersage meiner Freunde nach dem ich mein Auslandsjahr in Kanada ankündigte. Unbedingt wollten sie ein Foto sehen von „meinem ersten Mounti“. Tage, Wochen und Monate vergingen und mit ihnen meine Euphorie. Berittene Polizei gibt es hier öfters – klar – aber das ist nicht dasselbe. Es sollte schon ein „Original“ der Royal Canadian Mounted Police sein. Völlig verzweifelt trieb ich sogar schon meinen Mitbewohner zum Wahnsinn, der mir dann erklärte, dass es zwar viele Mountis gibt, diese aber in zivil unterwegs seien. Na super. Da könnte ich mich ja genauso gut mit meinem Mitbewohner fotografieren und behaupten, dass er ein Mounti sei. Wieso sind sie dann eigentlich „so typisch“ für Kanada? Wieso findet man überall Bilder von ihnen? Ich war enttäuscht. Als ich selbst nicht mehr dran glaubte, geschah es: vorm Parlament in Ottawa ritt er mir entgegen. Meine Begleitung schämte sich, denn laut juchzend rannte ich auf ihn zu: der Mann meiner Träume – mein erster Mounti und dann sogar noch hoch zu Ross – um letzendlich festzustellen: dass ER eine SIE war. So wurde es nichts mit der Heirat, aber zumindest nach all der Zeit doch noch mit dem versprochenen Foto:

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