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Das Beste hebt man sich bekanntlich für den Schluss auf und dies galt auf jeden Fall für Kanadas Hauptstadt Ottawa. Am liebsten wäre ich viel länger geblieben, denn selten habe ich so eine tolle Stadt gesehen: mit soviel Geschichte, soviel Kultur und soviel Leben.

  • Politik in Ottawa

Parlamentsgebäude – Tag & Nacht

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Wer einen Besuch in Ottawa macht, ist gleichzeitig – nahezu verpflichtet – auch die Parlamentsgebäude anzuschauen. Klingt vielleicht ein bischen langweilig, ist es aber keinesfalls. Einer langen Tradition zufolge kann man täglich – vorausgesetzt es regnet nicht in Strömen oder ist zu heiß – den Wechsel der Garde verfolgen. Dieser dauert ca. 30 Minuten, was mir defintiv zu lang war. Aber mit der Hintergrundmusik ließ es sich beschwingt über den Parliament Hill schlendern und somit zum nächsten Punkt: unserer Tour in den „Centre Block“. Spannend daran ist, dass bis zum heutigen Zeitpunkt hier Politik gemacht wird, es sich also keinesfalls um ein langweiliges geschichtliches Museum handelt. Die Tour war sehr interessant gemacht und bezog sich neben ein paar politischen Daten auf viele liebevolle Details, die die Gestaltung der Räume anbelangt. So findet man im „House of Commons“ wunderschöne Fensterbemalungen, die Blumen aus allen Provinzen Kanadas zeigen. Dagegen sieht man im „Senat Chamber“ Wandmalereien mit Motiven aus dem 1.Weltkrieg, als ständige Erinnerung daran, wie wichtig die Entscheidungen in diesem Raum sein können. Am Abend gab es eine Lightning Show, bei der die Geschichte Kanadas an den Peace Tower des „Centre Blocks“ projeziert wurde. Ein unglaubliches Erlebnis. Apropro Peace Tower: Nach der Führung hat man die Möglichkeit zum Peace Tower aufzusteigen, um eine tolle Aussicht über Ottawa genießen zu können. Das alles: kostenfrei. Am Interesse für Politik sollte man kein Geld verdienen – lobenswert!

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Rideau Hall & Prime Minister

Wer noch nicht genug hat, kann auch gerne mal einen Blick ins geschützte Anwesen des Prime Ministers, momentan Stephen Harper, werfen. Aber vorsicht: jegliche Aktivität wird mit der Kamera aufgenommen🙂. Nicht weit entfernt befindet sich die Rideau Hall, in der Michaelle Jean wirkt. Sie vertritt als Generalgouverneurin das offizielle Staatsoberhaupt Kanadas: Königin Elizabeth II. Das Besondere: sie ist die erste farbige Generalgouverneurin in der Geschichte Kanadas.

  • Kunst in Ottawa

Wer sich für Malerei interessiert und mal einen Blick in kanadische Erzeugnisse dieser Art werfen möchte, sollte die National Gallery of Canada nicht verpassen. Sie enthält u.a. Werke der „Group of Seven“, ein Zusammenschluss kanadischer Impressionisten. Wem ein Museumsbesuch allerdings zu anstrengend ist, der braucht sich eigentlich nur in der Stadt treiben lassen. Überall gibt es Skulpturen unterschiedlichster Künstler und von der Stadt dazu einen kleinen Reiseführer, damit man keine verpasst. Ich war begeistert und konnte mich natürlich auch mal wieder nicht zurückhalten einen Kunstdruck zu erwerben. Keine Ahnung, wie ich den heil nach Deutschland kriegen soll, aber ich musste ihn unbedingt haben🙂

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  • Kulinarisches in Ottawa

Durch die hohe Anzahl an Restaurants und Cafés fällt die Entscheidung nicht leicht, wo man am Besten einkehren sollte. Etwas kann ich in dieser Hinsicht aber abnehmen: man darf Ottawa auf keinen Fall verlassen, ohne einmal Beavertails probiert zu haben. Eine Art Gebäck, dass man je nach Lust und Laune herzhaft oder süß belegen kann. Mein „Biberschwanz“ war mit Zimt und Äpfeln. Sooo Lecker!

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  • Ghosts and Crime in Ottawa

Haunted Walk

Eine besondere Art die Stadt näher zu erkunden ist auf jeden Fall der „Haunted Walk“. Ausgerüstet mit Laterne und einem Geschichtenerzähler gehts durch Ottawas Nacht und damit durch die dunkle Vergangenheit der Stadt. Hier erfährt man unter welcher schicken Einkaufsmeile eigentlich Massengräber liegen, was Gästen im Château Laurier passiert ist und wo es sonst noch spukt. Besonders Anfällige sollten diese Art der Stadterkundung vielleicht lieber erst am letzten Tag machen😉

Jail Hostel

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Wer nach dem Haunted Walk immer noch nicht genug hat, kann sich selbst im Jail Hostel einquartieren. Die Jugendherberge befindet sich im ehemailigen Carleton County Jail und ist bis auf einige moderne Annehmlichkeiten noch im damaligen Zustand. Geschlafen wird in kleinen Zellen ohne Fenster. Nur eine Gittertür trennt vom Gang und damit den Weg zur nächsten Zelle. Nichts für Menschen mit Platzangst. Wer mehr über seine Unterkunft wissen möchte, sollte auf jeden Fall mal ins Obergeschoss zu den Todeszellen gehen. Nach Angaben bereits damaliger Häftlinge und auch heutiger Gäste soll es dort gewaltig spuken. Man vermutet, dass dort ein junger Mann umhergeht, der unschuldig des Mordes von Thomas D`Arcy McGee, ein stadtbekannter Politiker, beschuldigt wurde. Noch ein paar Jahre früher konnte man selbst in den Todeszellen schlafen, musste sogar nichts für die Nacht bezahlen, wenn man es dort die komplette Zeit aushielt. Diese Möglichkeit wurde aber heute verboten, weil nahezu alle Gäste nachts schreiend durchs Hostel rannten. Sie alle hätten einen Geist gesehen, alle beschrieben denselben Mann – von dem es übrigens kein Foto gibt. Zwei Nächte wagten auch wir uns dorthin und ich muss sagen, dass mir zwar kein Geist erschien, ich aber selten so schlecht geschlafen habe, wie dort. Nun gut, die erste Nacht musste ich auch noch raus, weil ich etwas schlechtes gegessen hatte und mich übergeben musste…oder waren es die Geister… ;-)?

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  • Party in Ottawa

Da ich engen Freunden sowieso nicht erzählen kann, dass wir nur in Museen und politischen Diskussionen verwickelt waren, hier ein paar Beweisstücke unserer nächtlichen Touren durch Kanadas Hauptstadt :-):

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  • Fazit: Unglaublich toll ! ! ! Irgendwann komme ich hierher zurück . . .

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