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Angenehm überrascht – neugierig – geschockt. Ich weiss gar nicht mehr, was ich dachte, als mich jemand auf den Artikel „Giving and getting more oral must be a fair trade“ – wohlbemerkt in unserer Studentenzeitung („Imprint“ / University of Waterloo) – aufmerksam machte. Noch am selben Tag zuvor unterhielt ich mich übers Internet mit einer Freundin aus Deutschland, um ihr davon zu berichten, wie „prüde“ die Kanadier sind und das man schon als „refreshing“ oder „very open-minded“ angesehen wird, wenn man einfach aus guter Laune heraus im Wohnzimmer zu einem tollen Song zu tanzen anfängt. Ich dachte, dass mich dieser Artikel eines Besseren belehren wird und das meine doch mittlerweile nicht ganz vorurteilsfreien Einstellungen gegenüber der kanadischen Sexualitäts-Manier sich ändern werden. Pustekuchen. Ja, ich habe einige Teile des Artikels neongelb gemarkt, weil ich es einfach nicht fassen konnte und das Ganze noch einmal zusammengefasst reflektieren wollte.

Thema des Artikels ist altbekannt und jedes Teenie-Mädchen-Heft hat es schon diskutiert: Wie mache ich es? Wie bringe ich ihn dazu es mir zu machen? *Gähn*

Mit dem Aspekt des „fair trade“ sollte ja eigentlich keine schlechte Basis geschaffen sein und die Tatsache, dass auch noch eine Frau den Artikel schrieb, sollte vielleicht ein paar nette Aspekte aufdecken.

Stattdessen lese ich in den ersten 3 Spalten (aus 4) darüber, wie ich es ihm am angenehmsten bereiten könnte. Ich erhoffte mir hieraus wenigstens ein bischen Ironie, etwas zum Schmunzeln, witzige Begebenheiten, etwas Unalltägliches. Doch der Artikel blieb ernst und wurde zum Tatbericht: lockere Position suchen – Schaft festhalten, damit ich nicht würgen muss, sollte es im Eifer des Gefechtes zu tief werden – und bitte: wenn schon DER Part im Mund ist, dann nicht noch mehr. Das „letzte Stück“ wird ordentlich mit der Hand zuende gebracht, denn „A comfy head-giver is a happy head-giver. And a happy head-giver is a repeat head-giver“.

Die Devise „schlucken statt spucken“ hat mir die Bravo bereits mit 14 erklärt und jetzt halte ich tatsächlich ein Blatt einer Studentengemeinde in der Hand. Sind wir nicht alle etwas mehr erwachsen geworden?

Der „fair trade“ blieb übrigens aus. Obwohl von einer Art- oder soll ich sagen Leidensgenossin verfasst, stellt sie das weibliche Geschlechtsorgan (gestern habe ich übrigens den nett ausgedrückten Slang „little man in a boat“ dafür gelernt) als stinkende „Region“ dar und rät den Einsatz diverser Mittelchen, um als Ergebnis nach Ahorn zu riechen. Das war schon immer mal mein Traum. In welcher komfortabeln Stellung ER allerdings zugange kommen kann, wird nicht erwähnt, dafür aber die letztendliche Notlösung alles mit Nutella zu überschmieren, falls die Ahorn-Idee nicht funktioniert.

Ich für meinen Teil halte mich dann doch lieber an den Gratisgutschein von Quiznos Sub, der auch auf der Seite abgedruckt ist, denn in dem „best Sandwich I`ll ever eat“ verspreche ich mir dann doch mehr Befriedigung.