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Am liebsten wären wir in den Rockies geblieben und die Vorstellung „good bye“ sagen zu müssen war schrecklich. Dennoch konnten wir uns auch auf etwas freuen: ein Wiedersehen mit anderen Kanada Exchange Students: „Unsere Braunschweiger“. Der Treffpunkt hieß Vancouver und das Ziel: Vancouver Island. Ausgerüstet mit 2 Autos und neun Leuten ging es nach dem Wandern in den Rockies dem Strand entgegen. Unterschiedlicher hätte unser Urlaub gar nicht sein können. Die urige Natur in den Rockies tauschten wir gegen Ozean und Regenwald aus.

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Unser erstes Reiseziel hieß Tofino. Man merkte gleich, dass die Jungs etwas besser ausgerüstet waren und so gab es zum ersten Mal nach langer Zeit für uns etwas Warmes zu essen und das auch noch am Strand beim Lagerfeuer. (Wir hatten uns die vergangene Woche ausschließelich von Wraps ernährt…) Das Wetter hätte nicht besser sein können und ließ uns viel Spielraum im Wasser rumzuplanschen. Da uns das aber nicht ausreichte musste eine Challenge her. Die heiß surfen. Nach einem Lehrkurs (der mir zu teuer war) leihten wir uns 24 Stunden eigene Boards aus. Wie die Großen fuhren wir stolz mit unserer Ausrüstung auf dem Minivan durchs Dorf. Plötzlich waren wir ein Teil der „Surfer Community“. Das ich die Lehrstunde nicht mitmachte, hielt mich allerdings nicht davon ab, mir auch ein Board auszuleihen. So schwer kann das ja nicht sein, dachte ich so bei mir. (Alle die mit mir letzten Winter Skifahren waren, verdrehen jetzt wahrscheinlich grade die Augen😉 ja, ich bin unverbesserlich…) Genau zu dem Zeitpunkt, als wir stolz unsere eigenen Surfbretter in den Händen hielten, verdunkelte sich der Himmel und es wurde diesig. Ich wollte jetzt aber unbedingt! Das man die Klippen rechts und links nicht sehen konnte und die See stürmig war, war mir egal. Schnelleinführungskurs durch Freunde. Rein ins Wasser. Das es mich mehrere Mal vom Board gespült hat, so dass ich mich mehr unter als darauf befand, nahm mir den Spaß an der Sache nicht. Im Gegenteil. Zwar bin ich immernoch geplagt mit blauen Flecken, aber ich würde es jederzeit wieder tun. Als wir die Surfbretter am nächsten Nachmittag abgabe, wurde es übrigens wieder tolles Sonnenscheinwetter – war ja klar! Das Anstrengendste an der Sache ist aber auf jeden Fall das An- und Ausziehen des Anzuges. Ehrlich gesagt, dachte ich, ich müßte für immer in meinem bleiben, denn ohne die Hilfe von Torben und Susi, die an allen möglichen Ecken zogen, wäre ich da nie wieder rausgekommen!

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Nach ausgiebiger Regenwalderkundung an der Westküste brachen wir auf zur Ostküste, wo Cassie eine Freundin einer Freundin auf uns wartete. Sie hatte uns netterweise in ihr Elternhaus aufgenommen und wir wurden toll empfangen. Zwar kam bei den Jungs (hallo Kai😉 ) zwar so ein bischen der „Lagerkoller“ hoch, als wir Mädchen ewig heiß duschten, aber das musste einfach mal wieder sein. Sand finde ich heute noch in allen Taschen, aber das ist ja immer so.

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Um es diesmal etwas ruiger anzugehen und weniger anstrengend machten wir eine Segeltour. Cassies Papa hatte uns auf sein Boot eingeladen. Wir fuhren natürlich unter kanadischer Flagge und durch das gleichmäßige Motorgeräusch schlief der Großteil der Truppe glatt mal ein. (Ist aber auch nichts mehr los mit der Jugend von heute…). Ich hatte sogar die Ehre einen Großteil der Strecke selber zu steuern und bekam alle wichtigen Details erklärt. Offensichtlich stellte ich mich dabei auch gar nicht so blöd an, denn Cassies Papa gab mir den Rat irgendwann mal ein eigenes Boot zu kaufen, denn ich hätte Talent dafür. Och,warum nicht ;-)? Leider bekamen wir keine Delphine oder Orcas zu Gesicht, die sich manchmal dort tummeln sollen, dafür aber viele süße Seerobben!

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Schön war auch die Auffahrt mit der Gondel zum Mount Washington. Dabei entdeckten wir genau unter uns einen kleinen Schwarzbären. So gefällt mir der „Kontakt“ am Besten – mit luftigem Sicherheitsabstand🙂

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Ich hätte nie gedacht, dass so eine große Gruppe so gut harmonieren kann, aber ich wurde eines Besseren belehrt und hab jeden sehr in mein Herz geschlossen. Da war es fast schon traurig als wir wieder zurück nach Vancouver mussten, was für mich auch der Abschied von Kanada bedeutete. Einen Tag später saß ich im Greyhound nach Seattle. Danke für die tolle Zeit in Kanada!