Zum Glück bleibt uns heutzutage erspart, dass wir über Ellis Island nach New York reisen müssen und zum Glück haben wir auch bequemere Reisemöglichkeiten. Nach einem ausgiebigem Tag im Financial District entschied ich mich kurzerhand doch auf die Fehre aufzusteigen, das schöne Wetter zu genießen und zur Freiheitsstatur zu fahren.

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Ein Besuch der sich lohnen sollte, denn aufgrund des Datums 9/11 waren sämtliche Museen und der Aufstieg zur Freiheitsstatur kostenlos und die Warteschlangen sehr gering. Auf dem Weg zur Freiheitsstatur begann ich ein Gespräch mit der Frau hinter mir und es stellte sich heraus, dass es Catherine Steinmann war, eine sehr bekannte Fotografin (irgendwie ziehe ich Fotografen an😉 Das Bild mit mir hat sie gemacht). Sie erzählte mir, dass sie den Aufbau und den Fall des World Trade Centers miterlebt hätte,was ich sehr interessant fand (Das Thema durchzog die ganze Stadt an diesem Tage). Weg vom tragischen Ereignis sprachen wir über ihre Aufenthalte in Paris und Berlin, ihr neues Buch über Tibet und der Kunst des Fotografierens im Allgemeinen. Ich habe noch nie so einen aufgeschlossenen Menschen erlebt, wenn man bedenkt, dass wir uns seit zwei Minuten auf der Fehre kennen. Aber das ist New York. Meine Meinung über die Unpersönlichkeit der Stadt muss ich endgültig revidieren – ich lerne jeden Tag neue Leute kennen, die mit mir ein Stückchen gemeinsam gehen. Man ist nie alleine – erst recht nicht wenn man allein reist…

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Bei der Freiheitsstatur angekommen lief ich in Ruhe das Gelände ab. Der Aufstieg zur Statur war schnell und schmerzlos. Vor mir in der Schlange: Deutsche. Wie sollte es auch anders sein? Es ist unglaublich wieviele deutsche Touristen sich hier rumtreiben. Jedesmal wenn man jemanden deutsch sprechen hört, ist es wie ein Stich ins Herz, denn es erinnert an den baldigen Rückflug. In dem Moment fing ein Angestellter ein Gespräch mit mir an und fragte mich wo ich denn her seie. Die Deutschen schauten mich an und ich sagte ohne zu zögern „Kanada“. Sie drehten sich wieder um und ich hatte wieder meine Ruhe. – Noch nicht! –
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Leider ist es nicht mehr möglich bis rauf zur Fackel zu laufen, so war die Aussicht zwar toll, aber nichts ungewöhnliches. Viel interessanter war da die Ausstellung im Inneren der Statur über die Entstehung und bauliche Einzelheiten. Der nächste Haltepunkt war Ellis Island. Gleich im Eingang stapelten sich die Reisetruhen der Immigranten, was sehr beeindruckend wirkt. An Computern konnte man herausfinden, welche seiner Verwandten über Ellis Island gekommen ist. Von mir: keiner. Leider. Überall hingen Dokumente und Listen der vergangenen Tage, auch viele deutsche Dokumente zu meinem Erstaunen. Es ist interessant zu wissen, dass hier viele Immigranten eintrafen, mit großer Unsicherheit, oftmals krank aber mit unendlicher Hoffnung. Manche von ihnen wurden abgelehnt und mussten ihre lange Reise wieder zurück antreten. Ein schrecklicher Gedanke. Bei solchen Zeitzeugnissen wird einem bewußt, wie gut wir es doch haben und wie sehr uns doch die Welt offen steht. Ich bin froh über jeden Tag, den ich in der „Fremde“ verbringe.

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