Oktober 2006


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Ein längst überfälliger Bericht, der mich [uns] noch einmal zurücksetzt auf den 7.Oktober – dem Tag nämlich, als ich das erste Mal nach Bamberg fuhr. Beladen bis obenhin zuckelte ich im Schneckentempo (und dabei hatte ich mich sooo sehr auf unbegrenzte Autobahngeschwindigkeiten gefreut 😉 ) in meine Studienstadt. Doch das Einleben in bamberger Verhältnisse sollte noch etwas auf sich warten lassen, denn in dem Moment, als ich die Haustür aufschloss und mein Auto entladen wollte, hörte ich ein lautes „Hallo“ und die ersten „Kanadier“ liefen die Straße hinunter. Perfektes Timing (weil ich so keine Minute allein war und weil sie mir gleich mal beim Ausladen helfen konnten 😉 ). Ich traf also nicht in Bamberg ein – ich war wieder in Waterloo. Im Laufe des Abends kamen noch weitere Austauschstudenten: insgesamt reisten sie aus Heidelberg, Mannheim, Braunschweig, Genf und Dublin an! Zu Ehren des „Klassentreffens“ und natürlich des „Hallo sagens“ gegenüber Bamberger Freunden wurde am Abend im City Café gefeiert. Leider für „Gastgeber“ natürlich auch immer eine Zwickmühle, weil ich man am Ende nur von einer Person zur anderen springt und gar nicht soviel Zeit mit allen verbringen kann, wie man das gerne getan hätte. Schön war auch das Auftauchen längst vertrauter, aber dennoch unbekannter Personen (Hallo Jürgen!) – Eine bessere Begrüßung hätte es nicht geben können und ich danke allen sehr fürs Kommen! (Sorry übrigens nochmal, dass ich bei der Stadtführung eher schlecht mit Informationen dienen konnte. Aber ich bin nun mal selbst „neu“ hier 😉 )

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Da Abschiede immer eine schlechte Angelegenheit sind, wurde diesmal kurzer Prozess gemacht. Spontan beschlossen wir am Montag nach Heidelberg zu fahren und den Gegenbesuch – zumindest in einer Stadt – anzutreten. Nach zwei wunderschönen Tagen in Heidelberg (hier könnte ich mich auch wohl fühlen…danke für die liebe Gastfreundschaft Juliii) hieß es dann endgültig zurück nach Bamberg und ein „Zuhause“ finden. Der Kurzbesuch in „Kanada“ war aber eine willkommene Alltagspause und ich freue mich schon aufs nächste Treffen.

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Ich weiss gar nicht mehr was ich sagte – oder lasse es bewusst aus Gründen der Zensur weg – aber es hatte Folgen: Schneller als ich reagieren konnte, stand ich hinter dem Mischpult der CM Lounge mit einer Platte in der Hand. Alles schaute auf mich und ich schaute auf 100 Regler und Knöpfe. -Ups – . Das nächste Mal bin ich still, versprochen, Spaß gemacht hat es aber trotzdem 🙂

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Fotos von C. Kopp für Iventscout.

Ich hatte zuviel Gepäck, zuviel Fernweh und zuviel Abstand zu der Vorstellung, dass jetzt alles vorbei ist. Ein Jahr Studium, ein Monat Reisen – ein anderes Land, andere Mentalität und eine andere Sprache. Ich wollte nicht weg und das Ticket nach Deutschland wog mehr als meine übervollen Koffer. War es Zeit zurückzugehen? Ich wollte nicht und dann kam sie: die Rettung? Ein paar Tage vor meinem Abflug erhielt ich eine Mail – das Praktikum, um das ich mich vor Monaten beworben hatte und gnadenlos abgeschmettert wurde, ist jetzt doch zu haben. Einen Monat im RTL Auslandsstudio in New York City. Entlohnung: unbezahlt. Erfahrung: unbezahlbar und für alles anderes hat man… ich zumindest keine Visa und auch kein Visum und überhaupt: ich war verwirrt. Sollte ich es absagen? Mein Studium etwas später beginnen? Einen Monat in New York bleiben? Die unerträgliche Situation des Abfluges gekonnt verzögern? Die Antwort auf all meine Jammereien („Ich will nicht zurück!“)?

Eine der wohl schwersten Entscheidungen meines Lebens. Ich sagte sie ab. In all dem Trubel und die Angst, hierbleiben zu wollen, merkte ich plötzlich, dass es doch Gründe gibt zurückzugehen: Familie. Freunde. Liebe.

Und dennoch. Bereits in der ersten Nacht in Deutschland war mir klar, dass diese Grundlage nicht existiert. Das ich hier genauso wenig hingehöre wie für immer nach Kanada oder New York. Selbst mein all zu geliebtes Bamberg – in dem ich mich einmal so wohl gefühlt habe – ist fremd. Die Zeit lief weiter und Erinnerungen löschen sich. Meine Zimmer sind wieder so eingerichtet wie früher und trotzdem fühle ich mich wie auf Probe. Manchmal erwische ich mich dabei, in Gedanken zu verfallen, und darüber nachzudenken wer ich eigentlich gewesen bin. Vor einem Jahr. Ich schaue mich um und sehe teure Organza-Vorhänge, Designerlampen, Skulpturen, unzählige Bücher, Kunstdrucke und meine geliebte Truhen-Sammlung. Zumindest mit Letzter kann ich mich noch identifizieren. Doch der Rest? Ein bischen wie im Hotel ist es hier und früher muss es doch einen Grund gegeben haben, warum ich mich damit umgab? Ich hatte mehr Geld – vielmehr und leider gibt man es mit Unnützigkeit aus. In Kanada war das anders: Da wurde alles in Reisen und Museen investiert – gelebt eben. Aber der Alltag in Bamberg ist anders und ich hoffe, dass er auch für mich mit dem Eintritt ins Uni- und Arbeitsleben wieder kommt. Wenigstens so ein bischen – bis zur nächsten Lebensstation.

It`s nice to be back in Germany… although still missing my soul. I had to remember Don Juan`s teachings (Carlos Castaneda): traveling with modern transportation is not good for the eternity of humans because soul travels slower than an airplane. And yes I really feel that my soul is still there…