„Spaß statt Spaghetti“ hieß das Motto der Mensa-Party und ganz ehrlich: manchmal wäre mir die Hackbällchen-Pasta-Variante lieber gewesen. Zwar war ich selbst nur als Gast dort (einer der Wenigen, die gerade noch so reinhuschen durften…), aber wenn Freunde und Mitbewohner als Veranstalter agieren, dann fühlt man sich doch nicht so ganz außen vor. Die Gemütlichenkeit der Ordnungsamtbeamten (welch schönes Wort) ließen nur 250 Partymenschen zu, obwohl die Mensa locker mal das Dreifache vertragen hätte können. Um Elf mußten die Schotten dicht gemacht werden, was zu Unbehagen bei getrennten Freundeskreisen (drinnen-draußen) führte. Einmal damit abgefunden stürzt man sich ins Tanzgewimmel: Aber Halt! Der DJ spielte nur elektronische „Musik“ (schon allein diese Kombi widerspricht sich merklich) und bei dem Versuch seine Richtung etwas zu lenken, winkte er ab „Das ginge jetzt gar nicht, er sei gerade in einer komplett anderen Schiene“. Bitte? Gut, die Partygäste waren dies auch und gingen relativ zeitig wieder – was natürlich unser Einlassverbot linderte und auch das Ordnungsamt wäre stolz auf die merklich geschrumpfte Anzahl der Feierwütigen gewesen. Dennoch war es ein lustiger Abend (ich lernte, wie man Zigaretten dreht🙂 ) und der absolute Höhepunkt kam tatsächlich beim Aufräumen. Ach was sag ich: beim Sortieren des Leer- und Vollgutes. Nie hätte ich gedacht, welch unterschätzte Aufgabe die Rückgabe des Alkoholvorrates ist. Schnell war ein ausgeklügeltes System gefunden (nach vorherigem falschem Aktionismus, der gerade noch rechtzeitig gebremst wurde), um die Bierflaschen nach 0,5 und 0,3, sowie nach voll und leer zu stapeln. Achja, und dann waren noch zwei Brauereien in den unterschiedlichen Kästen gemischt, die auch noch auseinanderklamüsert werden mußten und wohin eigentlich mit Mischkästen? Dasselbe Spiel zwischen Wasser, Orangensaft, Cola und Apfelschorle und nach schnell mal drei Stunden (ich sage ja, die Aufgabe ist unterschätzt) konnten wir endlich getrost den Laster verschließen. Während mein Mitbewohner letzte Erledigungen machte, schlief ich schon halb auf der Bank vor der Mensa ein (einer mußte ja Räder und Wischmop beaufsichtigen) und träumte von einem Döner. Oder wenigstens Spaghettis… Aber wir wären nicht in Bamberg, wenn solche Träume frühs um 6 erfüllt werden könnten, also klemmte ich mir den WG-Wischmop unter die Arme, der beim Aufräumen der Mensa seine Dienste tat (mehr wahrscheinlich als in der WG…) und pilgerte Heim. Zum Glück sah mich niemand, sonst hätte man leicht vermuten können, ich verdiene mir nachts noch ein paar Extra-Mark mit Reinigungstätigkeiten. Soviel Stress und mir wurde wieder einmal mehr klar, warum ich selten bei solchen Veranstaltungen freiwillig „ICH“ schreie. Sorry Leute – und bis zum nächsten Mal😉