So schön war es auf unserer Bank vor dem Haus zu sitzen. Endlich lernte man auch einmal die Nachbarn kennen. Immer mehr beteiligten die sich auch an unserer Aktion „Literarische Bank“ und hinterließen neben Büchern auch viele Gedichte und Kurzgeschichten. „Da wird man jeden Tag ein bischen schlauer, bei Euch“ meinte eine unserer Nachbarinnen. Von dieser „Schläue“ hielt die Stadt Bamberg leider gar nichts – Wir hätten es wissen müssen.

Wegen „unerlaubter Sondernutzung“ flog uns ein Briefchen ins Haus, in dem man uns bat “ diese sofortig einzustellen“. So leicht gaben wir nicht auf und sammelten Unterschriften. Innerhalb von 3 Tagen hatte die komplette Nachbarschaft unterschrieben. Alle wollten, dass die Bank bleibt. Doch die Stadt ließ nicht mit sich reden. Nicht einmal für Standgebühren bezahlen hätten wir gedurft. Und auf unsere Nachfrage gegenüber einer Stiftung lehnte die Stadt ab – unsere Bank würde nicht dem Bild aller anderen Stadtbanken entsprechen. Willkommen in Bamberg. Da muss alles passen. Was bedeutet schon Individualität?

Jetzt steht sie in unserem Garten. Aber vielleicht bewirkt ja der ein oder andere Anruf aus der Nachbarschaft beim Ordnungsamt doch noch etwas.