Studentin in Bamberg


Noch nie in meinem Leben hätte ich mich als eitel bezeichnet. Doch an jenem Abend in einem Bamberger Club fielen mir keine Worte mehr ein.  Nachdem mir die Füße vom Tanzen weh taten (vielleicht erste Anzeichen???) setzte ich mich nichts ahnend in die Lounge zum Relaxen. Es dauerte keine 2 Sekunden, da wurde ich von 2 Gestalten belagert. Während der Eine (links, wie ersichtlich) relativ schnell aufgab, blieb der Andere (rechts, man beachte den rüber-krabbelnden Finger) hartnäckiger. Wenig begeistert von diesem Überfall machte ich eine Bemerkung zum relativ jungen Alter meines neuen „Verehrers“ und wollte damit eigentlich nur ausdrücken, dass er sich eine Gespielin seines Alters suchen sollte, um sein 1. Mal zu erleben.  Doch was kam zurück? Er schaute mich an und fragte, wie alt ich denn sei. Noch ehe ich antworten konnte, erwiderte er: 40??? Noch bevor ich schlucken, ihm eine scheuern oder überhaupt die ganze Situation begreifen konnte, befand sich schon seine Hand streichelnd auf meinem Oberschenkel und er hauchte mir ins Ohr: Aber auch mit 40 kann man noch Spaß haben….! Ich hielt seine Hand fest und hauchte zurück: Es ist besser du gehst jetzt: GANZ SCHNELL!

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Die Jugend, kein Respekt vorm Alter 😉

Als ich heute das Bad betrat leuchtete mir folgende Warnung entgegen:

„Wer den Wasserhahn nicht richtig gscheid fest zudreht, verliert durch eine mysteriöse Krankheit sein Geschlechtsteil!!!“

Ich muss zugeben, dass mir schon ein bisschen mulmig ist, wenn gleich ich auch sehr stolz bin, wie gut sich meine Mitbewohner mittlerweile dem fränkischem Dialekt angepaßt haben!

Gscheid 😉 !

Person 1: Und, was gibt es Neues bei Dir?

Antwort: Ach weißt Du. Eigentlich nichts Neues!

Person 1: Echt? Das musst Du mir dann mal  ausführlich erzählen!

 ???

Er lernt gerade für eine Klausur: Politische Philosophie. Da fragt er mich, ob ich Gemeinwesen definieren könnte.

Gemeinwesen – sagte ich – sei, wenn zwei Leute ein Zimmer nutzen: als Beispiel sei spontan das Badezimmer zu nennen und diese zwei Personen gemeinsam für die Unterhaltung, sprich das Putzen, sich verantwortlich zeigen.

Darauf meinte er, dass sei nicht Gemeinwesen sondern gemein gewesen und generell halte er es sowieso mehr mit der Theorie als mit der Praxis.

Ach so 😉

So langsam glaube ich selbst daran, dass ich meine Kirchenbesuche einstellen sollte – so als ungetauftes Wesen.

Erst trug man mich vor versammelter Mannschaft aus dem Dom und dann schloß man uns in eine Kirche in Schnaid ein. Ja richtig gelesen: Es war ein schöner Samstag und wir machten einen Ausflug auf die fränkischen Bierkeller. Naja, also einen davon 😉

Ich hatte unbändiges Verlangen nach Kloß und Soß mit Wirsching. . . Auf dem Rückweg machten wir nochmal schnell Halt an der Kirche von Schnaid. „Das Tolle an katholischen Kirchen ist, dass sie immer offen sind…“ tönte noch mein Schatz. Tja – war sie auch – zum Reingehen.

Als wir gerade vertieft waren in einige Ritterwappen hörten wir ein Schließgeräusch. DIE TÜR! Während mein Freund noch vertrauensvoll stehenblieb: „Die werden uns doch nicht einschließen.“ -Rannte ich los und hämmerte von innen an die Türe. Völlig verdattert schloss ein alter Mann wieder auf – selber erschrocken, dass er uns beinah unfreiwillig in der Kirche übernachten ließ.

Wäre vielleicht auch spannend geworden 🙂

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Gestern war Bistumswallfahrt in Bamberg. Aus allen Richtungen kamen die Pilger (Forchheim, Ebermannstadt, Viereth, etc.) um sich im Dom zum gemeinsamen Gottesdienst zu treffen. Da auch ein Trüppchen an unserem Haus vorbeizog und uns aufmerksam machte, beschlossen wir kurzerhand auch zum Gottesdienst in den Dom zu gehen. Dort angekommen, waren schon alle Plätze besetzt – vornehmlich von „Pilgern“ die mit Bus und Auto kamen – war ja klar. Also standen wir die ganze Zeit und so ein Gottesdienst dauert lange. SEHR lange. In Kombination mit den Unmengen an Weihrauch wurde mir immer schummriger bis ich gar nichts mehr sah. Als ich wieder zu mir kam drängte sich eine ältere Frau um mich, die mir furchtbar scheußlich schmeckende Kreislauftropfen einflößte. Nur der Zusatz, das sie Ärztin sei, ließen mich diese Tropfen dann auch tatsächlich schlucken. Während der Gottesdienst unbehelligt vor hunderten von Menschen weiterging, packte mich kurzerhand der Priester mit Hilfe des Sicherheitsdienstes und trug mich auf einer Barre an die frische Luft. Auch wenn es mir anfangs peinlich war – wer kann schon von sich behaupten vom Priester aus dem Dom getragen worden zu sein… 😉 ?


– Vier Tage Kanada in Bamberg –

Es gab Momente in Kanada, da dachte ich “ dies ist jetzt ein Abschied für immer“. Doch wie das letzte Wochenende zeigte, sollte man nie „nie“ sagen. Denn es hatte sich Besuch angekündigt: Yves und Heather. Ein bischen anstrengend war es schon, die ganze Zeit wieder englisch zu sprechen und ein bischen unwirklich obendrein zusammen mit Julia, Steffie, Michi und Susi (andere deutsche Austauschstudenten) wieder vereint, nur diesmal eben durchs „heimische“ Bamberg zu streifen.

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Los ging es natürlich mit einer “ Brewery-Tour“, angefangen mit Fässla, Schlenkerla, Spezialkeller und genauso wichtig: public drinking an der Schleuse 100 mit einem keg vom Klosterbräu, Bambergs ältester Brauerei.

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Neben Tagestouren, wie einmal Schlendern durch Forrchheim und zurück ließen wir auch den Liveclub nicht aus. Eigentlich nicht so meine Location, aber in Betracht des Besuches genau richtig. Ein bischen errinnerten wir uns an das Phills, einem ebenso schäbigen Equivalent in Waterloo, aus dem fast jeder unserer männlichen Freunde schon einmal hinausbefördert wurde – nagut, bis auf Yves, der schaffte es niemals überhaupt hinein 🙂 Solche Zicken gab es aber im Liveclub nicht: da könnte man beruhigt auf der Tanzfläche am Alkoholpegel sterben, ohne das es jemanden stören würde, was unser kanadischer Besuch „awesome“ fand.

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Am nächsten Morgen stärkten wir uns im Café Cador, an dem ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein Streikzug der Telekom vorbeizog – mit lauten Pfeifen. In Kombination mit einem hangover und wenig Schlaf ausgezeichnet!

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die Besuchsrunde von links nach rechts: Ich – Heather (Kanada), Michi (Bamberg), Yves (Kanada), Julia (Heidelberg), Susi (Bamberg) & Steffi (Mannheim)

Leider hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen, aber wer weiß wann und vorallem wo auf der Welt wir uns wiedersehen werden. Ich bin gespannt!

Feststellung des Tages: “ The problem with ducks is – you can`t drink them!“ [michi]

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